Geschichte

Die Anfänge

 

Bereits im Jahr 1890 wurde ein Turnverein in Oberlustadt gegründet. Über dessen Gründung gibt es nur wenige schriftliche Dokumentationen. Er wurde schließlich noch vor dem 1. Weltkrieg aufgelöst.

Am 19. Juli 1930 versammelten sich im Saale von Gustav Ruckteschler (Gaststätte "Zur Krone") vorwiegend Jugendliche aus Oberlustadt. Sie diskutierten über die Gründung des TV Oberlustadt 1930 e.V. Leiter der Versammlung war Lehrer Franz Knittel. Alle Anwesenden stimmten am Ende der Diskussion einstimmig für die Gründung des Vereins. 75 Personen wurden am gleichen Abend Mitglieder. Zum 1.Vorsitzenden wurde Franz Knittel gewählt.

Am 27. Juli 1930 fand die erste Hauptversammlung des Vereins statt. Wenige Tage später wurde der Sportbetrieb aufgenommen. Der Aufbau der Halle folgte. Die Aktivität des Vereins begann.

In der nationalsozialistischen Zeit wurde der Einfluss der Politik immer stärker. Da sich Franz Knittel diesem Druck nicht beugen wollte, legte er auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 29. September 1935 sein Amt als 1. Vorsitzender nieder. Jakob Lehr wurde als erster Vorsitzender gewählt. Er berief den alten Turnrat in den Führungsstab.

Die Jahre von 1935 bis zum Ausbruch des 2. Weltkriegs wurden geprägt durch wirtschaftliche und politische Probleme, die einen funktionsfähigen, für die Gesellschaft sinnvollen Vereinsbetrieb nur mit hohem Aufwand möglich machte. Jakob Lehr lenkte in dieser Zeit geschickt den Verein und meisterte diese Zeit mit Bravour, so dass die wahren Ziele des Turnvereins einigermaßen im Vordergrund blieben. In den Jahren 1940 bis 1945 kam der Vereinsbetrieb nach und nach zum Erliegen.

Noch im Jahre 1945 wurde von den Mitgliedern des alten Turnvereins beabsichtigt, den Sportbetrieb wieder aufzunehmen. Durch das Verbot des Turnbetriebes nach dem Krieg durch die französische Militärregierung konnte das Turnen erst im Jahr 1950 wieder aufgenommen werden. Am 16 März 1946 nahmen etwas 70 Sportfreunde die Wiedergründung des Turnvereins Oberlustadt vor. Die Militärregierung untersagte den ursprünglichen Namen. Daraufhin nannte man ihn Sportverein Oberlustadt. Zunächst wurde verstärkt Fußball gespielt. In der Zeit wurde der Fußballplatz östlich der Turnhalle gebaut.

Nachdem die Beschränkungen im Vereinsrecht im Jahr 1950 bezüglich des Betreibens von Turnsport wieder aufgehoben wurden, wurde die Wiederbelebung des Turnvereins am 14. Oktober 1950 beschlossen. Karl Reichel wurde als 1. Vorsitzender gewählt. Es folgten einige Schwierigkeiten zwischen dem wiederbelebten Turnverein bzw. Sportverein Oberlustadt. In einer Ausschusssitzung am 19. November 1950 einigten sich beide Gruppen.

Da die "Wiederbelebung" und "Wiedergründung" nicht mit der damaligen Rechtsprechung konform war, musste eine rechtsgültige Regelung gefunden werden. Der 1. Vorsitzende des Turnvereins Oberlustadt vor Kriegsende konnte nur eine Vereinsversammlung einberufen. Aufgrund dieser Gesetzgebung bestimmte das Amtsgericht Germersheim Jakob Lehr zum kommissarischen Vorstand mit beschränkter Vertretungsbefugnis bis zur nächsten Wahl. Sein Auftrag war, eine nach der Vereinssatzung von 1935 ordnungsgemäße Mitgliederversammlung einzuberufen, bei der nur die Anwesenden wählen dürfen, die am 27. Juli 1930 Mitglied des Vereins waren. Am 20. Januar 1952 fand die notwendige Mitgliederversammlung mit Vorstandswahl statt. Dabei wurde Jakob Lehr als 1.Vorsitzender bestätigt.

In den Jahren danach existierten im Turnverein Oberlustadt zwei Gruppen nebeneinander. Die Gruppe der Turner und die der Fußballer. Zwischen beiden Abteilungen gab es immer wieder Streitereien, bei denen es vornehmlich um die Eigentumsverhältnisse im Verein ging.

 

Am 07. März einigte man sich auf die Trennung dieser Sportgruppen. Der Trennungsvertrag wurde am 24. April 1953 von beiden Gruppen unterzeichnet. Der Turnverein Oberlustadt und der Sportverein Oberlustadt gingen fortan ihren eigenen Weg.

Nach diesen sehr unrühmlichen Abschnitten der Dorf- und Vereinspolitik folgten die Jahre des Aufbaus im Turnverein. Karl Reichel wurde am 22. März 1953 als neuer Vorstand gewählt. In seiner Amtszeit bis 1978 blühte der Verein auf und wurde durch Kontinuität geprägt. Der Hallenbau und die Erweiterung des Sport- und Kulturangebotes standen im Mittelpunkt des Handelns.

 

Im März 1978 wurde Heinz Butz zum 1. Vorsitzenden gewählt. In seiner Amtszeit feiert der TV Lustadt das 50- und 60-jährige Jubiläum. Der 75. Geburtstag des Vereins, durch viele Aktive des Vereins mit viel Mühe vorbereitet, wird als Bildvortrag in Form einer Zeitreise durchgeführt. Ein weiterer Höhepunkt, der unter der Verantwortung von Heinz Butz stattfand.

Am 17. März 2005 legte Heinz Butz sein Amt nach 27 Jahren nieder. Mit dem Turnrat, vielen freiwilligen Helfern bei Veranstaltungen und Hallenbau sowie den Übungsleitern hat er viel erreicht und bewegt. Eine intakte Vereinslandschaft prägt die Struktur des Vereins. Joachim Hirl hat die Führung im Verein übernommen. Ein reibungsloser Wechsel von der alten zur neuen Vereinsleitung sprechen für Kontinuität im Turnverein.

 

   
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